Welche Rolle spiele ich eigentlich? Warum spiele ich diese Rolle? Will irgendjemand oder irgendetwas, dass ich diese Rolle spiele, in der Gesellschaft, in meiner Arbeit, in meiner Familie, in meinem Freundes- und Bekanntenkreis …? Will ich diese Rolle spielen? Was will ich denn für eine Rolle spielen? Welche Rolle will ich wirklich einnehmen? Was ist, wenn ich aus der Rolle falle? Alles Rollenspiele. Was würde es bedeuten, wenn ich meine Rolle verändern würde?
Ich bin genau in dieser Situation, weil es zu meiner momentanen Rolle passt. Die Rolle bestimmt, was in meinem Leben möglich oder auch nicht möglich ist. Meine Umwelt, meine Außenwelt und ich sind perfekt aufeinander angepasst. Aber ich bin noch viel mehr als meine Rolle, ich bin nicht die Rolle, ich spiele diese Rolle. Kann ich meine Rolle in meiner jetzigen Verkörperung als dieser Mensch verändern? Na klar! Aber kann nur die Rollen spielen, die mein Bewusstsein zulässt. Was habe ich bis zum jetztigen (Zeit)Punkt verstanden? Ich spiele meine aktuelle Rolle durch mein Handeln, indem ich ganz bestimmte Dinge zum Ausdruck bringe. Im Weiteren wird meine Rolle bestimmt durch meine Gedanken, meine Gefühle, mein Glauben und meine Überzeugungen, was oder wer ich bin. Was glaube ich über mich selbst, von was bin ich überzeugt, in der Rolle, in der ich mich befinde? Ich bewege mich in meinem Leben in einer Simulation, in der ich konkret erfahren kann, was in meinem Geist ist. Ich bin Schöpfer meiner Realität. Kann ich meine Rolle so verändern, dass ich mich in meiner Welt prächtig amüsiere, prächtig unterhalten fühle, ohne dass mich ständig irgendein Scheiß beschäftigt.
Ich kann mich vielleicht in meiner Rolle nur verändern, wenn die Rolle auch Veränderung zulässt. Eine Veränderung der Rolle erfordert auch eine Veränderung in meinem Denken, in meinem Bewusstsein. Wenn sich mein Denken nicht verändert, bleibe ich genau in der Rolle, in der ich jetzt bin. Eine Veränderung zu meiner neuen Rolle geht also einher mit einem Perspektivwechsel. Ich muss die Welt aus der Perspektive meiner neuen Rolle betrachten können. Mache ich das nicht, kann ich die neue Rolle nicht einnehmen.
Wie spiele ich meine (neue) Rolle? Spiele ich sie voller Leidenschaft, dann werde ich sie behalten. Wie bei einem guten Schauspieler.
Ausserdem kann ich darüber nachdenken: Spiele ich in meinem Leben (schon) die Hauptrolle oder immer noch eine Nebenrolle, in der ich nicht zum Ausdruck bringen kann, was ich auch bin beziehungsweise der ich sein möchte.
Mit was möchte ich mich gerne beschäftigen?
Schlagwort: denken
Nichts als Gewohnheiten
Viele Dinge oder – provokativ formuliert – alles, was in meinem Leben passiert, beruht auf gewohnheitsmäßigem Denken und Handeln. Vieles davon kann hochgradig nützlich sein, wie Laufen, Kauen, aufs Klo gehen, Autofahren, einfache, aber auch komplexe Entscheidungen treffen usw. Denn wenn ich mir über alles einen Kopf machen müsste, jedes Mal darüber nachdenken müsste, wo ich einen Schritt vor den anderen setze, was ich bei welchem Wetter anziehe, wie ich mein Auto steuere, dann wäre das ziemlich ermüdend und ich würde zu nichts mehr kommen.
Auf der anderen Seite wird mein Geist auch von Automatismen gesteuert, die ich nicht infragestelle, weil ich es so gewohnt bin, weil es einfach bequem ist, weil ich keine klare Vorstellung davon habe, wie es besser sein könnte. Ich habe mich an meine Umwelt angepasst. Aber der Preis, den ich dafür zahle, ist Begrenzung und Unfreiheit. Auch bei so Dingen wie den Naturgesetze, könnte ich sagen, es sind nur Konzepte in meinem Geist, zwar scheinbar sehr mächtig, aber niemals so mächtig wie das Wesen, das Bewusstsein, das ich auch bin. Es ist einfach nur eine Vorliebe oder Spielart meines Geistes, die Welt auf diese Weise zu betrachten. Irgendetwas in mir hatte schon immer den Wunsch, sich auszudrücken, nicht belastet zu sein, von eingefahrenen Denkmustern und Gewohnheiten zu durchbrechen.
Ich kann es in jedem Moment anders machen. Alles, was es dazu braucht, ist (m)eine Entscheidung.