
1. Ich bin Opfer.
2. Die Anderen sind (immer) schuld.
3. Ich habe (immer) Recht. Oder: Ich habe die Wahrheit
4. Nur keinen Spass haben.

1. Ich bin Opfer.
2. Die Anderen sind (immer) schuld.
3. Ich habe (immer) Recht. Oder: Ich habe die Wahrheit
4. Nur keinen Spass haben.
Meine Welt ist das Resultat von Ideen und Konzepten, die meine Vorfahren und Familie und meine Umwelt (Religion, Freunde, Schriftsteller, Journalisten, …) mir mitgegeben haben. Sie ist aber auch das Ergebnis von Schlußfolgerungen aus meinen Erfahrungen, die ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Alles davon, wie ich meine Welt betrachte, kann also wahr sein, wenn ich es will, oder Irrtümer, Denkfehler und falsche Annahmen meines Geistes.
Ich kann meine Welt auf verschiedene Weise betrachten. Eine Methode, meinen Geist aus den üblichen Denkmustern zu lösen, ist der vierfache Blick.
Ich könnte zu mir sagen:
1. Eine Sache könnte sein oder könnte auch nicht sein oder
2. Es könnte auch Beides sein oder
3. Beides nicht oder
4. Es könnte etwas sein, an das ich noch nie gedacht habe.
Bin ich dafür verantwortlich, die Welt retten zu müssen? Natürlich nicht. Verantwortung ist nicht als ein Konzept, das ich leben kann, wenn ich es will, aber überhaupt nicht muss. Macht es mir Freude das zu tun? Wenn nein, dann lasse ich es. Ich habe weder die Motivation, noch die Energie, noch die Ressourcen so etwas zu tun.
So könnte ich die Schöpfungsprinzipien meiner bisherigen Welt beschreiben. Ich habe einen Mangel, deshalb erschaffe ich mir bestimmte Dinge. Ich habe Hunger, deswegen erschaffe ich mir Essen, ich habe einen Mangel an Zuwendung, deswegen erschaffe ich mir Partnerschaft, …
Durchschaue ich die Mechanismen, wie entscheide ich mich dann?
Ich bewege mich immer an der Grenze zwischen Sterben und gerade noch am Leben sein. Wenn etwas mal richtig gut läuft, muss es auch wieder eine Phase geben, wo ich (fast) am Boden liege. Irgendwie komisch, wo ich doch die Idee im Kopf habe, es sollte alles super sein. Aber es darf mir bloß ja nicht zu gutgehen, sonst werde ich größenwahnsinnig. Jetzt werde mal bloß nicht übermütig. Ja, es ist die Angst vor Größenwahnsinn, die mich davon abhält, das zu leben, was in mir steckt und was ich gerne leben möchte. Und ich sage, Größenwahn könnte ein möglicher Weg sein, um die Freiheit zu leben und das Glück zu erfahren.
Diese Idee ist erst einmal für mich ernüchternd, aber ist zugleich auch total befreiend, bedeutet sie doch das Maximum an Freiheit. Früher habe ich die Auffassung übernommen, dass der Sinn darin bestehte, ein guter Mensch zu sein, gottgefällig zu sein. Sind das gewichtige Gründe und Argumente, an denen ich jetzt im Moment mein Leben noch gerne ausrichte? Die Welt ist doch nicht nur gut. Warum sollte ich also dann gut sein? Muss ich auch nicht.
Ja, es gibt einen Lebenssinn, wenn ich ihn und wie ich ihn als Schöpfer definiere.
Ich könnte mir auch sagen, der Sinn liegt darin, dass die Schöpfung den Schöpfer unterhält, also unterhaltsam ist, wie in einem Videospiel.
Viele Dinge oder – provokativ formuliert – alles, was in meinem Leben passiert, beruht auf gewohnheitsmäßigem Denken und Handeln. Vieles davon kann hochgradig nützlich sein, wie Laufen, Kauen, aufs Klo gehen, Autofahren, einfache, aber auch komplexe Entscheidungen treffen usw. Denn wenn ich mir über alles einen Kopf machen müsste, jedes Mal darüber nachdenken müsste, wo ich einen Schritt vor den anderen setze, was ich bei welchem Wetter anziehe, wie ich mein Auto steuere, dann wäre das ziemlich ermüdend und ich würde zu nichts mehr kommen.
Auf der anderen Seite wird mein Geist auch von Automatismen gesteuert, die ich nicht infragestelle, weil ich es so gewohnt bin, weil es einfach bequem ist, weil ich keine klare Vorstellung davon habe, wie es besser sein könnte. Ich habe mich an meine Umwelt angepasst. Aber der Preis, den ich dafür zahle, ist Begrenzung und Unfreiheit. Auch bei so Dingen wie den Naturgesetze, könnte ich sagen, es sind nur Konzepte in meinem Geist, zwar scheinbar sehr mächtig, aber niemals so mächtig wie das Wesen, das Bewusstsein, das ich auch bin. Es ist einfach nur eine Vorliebe oder Spielart meines Geistes, die Welt auf diese Weise zu betrachten. Irgendetwas in mir hatte schon immer den Wunsch, sich auszudrücken, nicht belastet zu sein, von eingefahrenen Denkmustern und Gewohnheiten zu durchbrechen.
Ich kann es in jedem Moment anders machen. Alles, was es dazu braucht, ist (m)eine Entscheidung.
Das Meiste, was in meinem Geist ist, ist Blödsinn. Und das Fatale an diesem Blödsinn ist, das er mir keine Freude macht. Ich bin in diese Welt hineingeboren worden und meine Eltern haben ihren Job gut gemacht, indem sie mich mit ihren in ihrem Geist vorhandenen Ideen, Vorstellungen und Konzepten infiltriert haben, die wiederum von denen unserer Vorahnen stammen. Genauso hat meine weitere Umwelt Einfluss auf meine geistige Entwicklung genommen, meine Kirche, meine Lehrer, meine Mitschüler, meine Ausbilder, meine Kollegen, meine Freunde usw. Ich bin davon ausgegangen, dass es auf der Welt darum geht ein guter Mensch zu sein. Die Dinge so zu machen, wie es von der Allgemeinheit für richtig gehalten wird. Sie alle haben es geschafft, mich auf dieser Welt verankert. Was dazu geführt hat, dass ich zu der Überzeugung gelangt bin, dass bestimmte Wahrheiten unumstößlich sind. Ganz vorne weg sind es die physikalischen Prinzipien, dann die ethischen und moralischen usw. Aber irgendetwas in mir hat sich immer die Frage gestellt, worum geht es eigentlich, wofür bin ich hier. Die Religionen bieten hier Lösungen an, die mich aber in letzter Konsequenz nie befriedigt haben, weil sie die Frage nach dem Warum nicht beantwortet konnten. Viele Ansichten haben in mir auch Rebellion erzeugt, da ich mich als Sklave gesehen habe. Alle vorhandenen Ideen, Konzepte und Vorstellungen und meine eigenen Erfahrungen und meine Schlußfolgerungen daraus haben bewirkt, dass in mir immer mehr ein Bild von der Welt entstanden ist, die Begrenzung und Unfreiheit beinhaltet. All das hat mich dazu gemacht, was ich heute bin. Aber es muss nicht so sein. Ich will den Gedanken ausführen.
Mein Wesen/mein Dasein muss grundsätzlich frei sein, wenn ich absoluter Schöpfer sein kann. Und das ist so, weil dieser Gedanke in mir ist. Dieser Gedanke begeistert mich so, dass es nicht anders sein soll. Wenn mir klar ist, dass alles, was ich erlebe, ein Produkt meines Geistes ist, dann geht es für mich darum, meinen Geist mit Ideen und Konzepten zu füttern, die mir Freude machen und damit Glück für mich zu erschaffen. Alles andere spielt deshalb keine Rolle.
Angst ist ein interessantes Phänomen, insbesondere wenn sie einen überfällt. Ich habe Angst vor Dingen, die ich in meinem Leben nicht haben will, nicht erleben will. Doch ich weiß doch noch gar nicht, ob sie überhaupt eintreten oder in welcher Form. Es ist demnach die reine Phantasie meines Geistes, sich was auszumalen, was mit großer Wahrscheinlichkeit so nie eintreten wird oder wie ich weiß, es kommt immer anders als ich denke. Angst ist also der Gebrauch oder Missbrauch meiner Phantasie. Also warum beschäftige ich dann überhaupt damit? Weil mir meine Vergangenheit und die angeblichen Erfahrungen, Meinungen und Ansichten meiner Umwelt suggerieren, dass diese Informationen Bedeutung für mich haben. Vielleicht hat mein Geist auch Freude darin, diese Art von Kopfkino zu veranstalten. Nicht das Jetzt macht mir Angst, sondern die Zukunft. Alles, was es braucht, ist eine Entscheidung! Ich könnte mich auch dazu entscheiden, das Thema mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Und davon gibt es undefiniert viele. Welche gefällt mir im Moment?